Kloster Lehnin Eine aufregende Spurensuche

Kaum zu glauben, was sich hinter den altehrwürdigen Mauern des ersten Klosters Brandenburgs alles zugetragen haben soll. Das Zisterzienserkloster blickt auf eine bewegte Geschichte samt Mord, Intrigen und Betrügereien zurück.

DER HIRSCH UND DIE EICHE
Die erste Legende rankt sich um die Gründung des Kloster im Jahre 1180. Noch heute können sich Neugierige in den Klostermauern auf die Suche nach einem, in den Boden eingebauten etwas unscheinbaren, Eichenstamm machen. Eben hier soll vor 900 Jahren eine prächtige Eiche gestanden haben, unter der sich der Markgraf Otto I. von Brandenburg schlafen gelegt haben soll.
In seinem Traum wurde der Markgraf von einem weißen Hirsch gejagt und da es ihm nicht gelang, sich gegen ihn zu verteidigen, rief er Gott um Hilfe an, woraufhin er endlich aus diesem Alptraum erwachte. Er entschied daraufhin, eben hier ein Kloster errichten zu lassen.
Diese Legende findet ihren Niederschlag in der Gestaltung des Wappen Lehnins. Aufmerksame Besucher können einen Anhaltspunkt in der Klosterkirche entdecken, denn hier befindet sich eine Zeichnung eines Hirsches vor einer Eiche.

DER MORD AN ABT SIEBOLD
Das Kloster befand sich Ende des 12. Jahrhunderts inmitten verschiedener slawischer Siedlungen, deren Bewohner sich entschieden gegen die Missionierung durch die Zisterziensermönche wehrten. Als der erste Abt des Klosters Siebold in einer Fischerhütte in einem nahegelegenen Dorf Unterschlupf suchte, wurde dieser erschlagen. Um die Beweggründe des Mordes ranken sich unterschiedliche Legenden. Die unterhaltsamste ist, dass die Frau des Fischers sich unter einen Backtrog versteckte, auf den sich der Abt setzte um sich auszuruhen. Die Kinder mißverstanden diesen Umstand und liefen zu den Fischern am See, um ihnen von dieser Ungeheuerlichkeit zu berichten. Die Fischer sannen auf Rache und töteten den Abt. Auch für diese Geschichte können neugierige Detektive einen Beleg in der Klosterkirche finden. Die Suche gilt einem verfallenen Bild mit einem Mönch in einer weißen Kutte, der von Männern mit Schwertern bedrängt wird, einer von ihnen trägt eine rote Kopfbedeckung.

DIE MÖNCHE ALS RÄUBERBANDE
Eine weitere Legende rankt sich um den Abt Hermann von Pritzwalk. In jener Zeit häufte das Kloster in großen Reichtum an, was auf Mißmut innerhalb der Bevölkerung, aber auch innerhalb der Klostermauern stieß. Dieser soll den Ritter Falko samt seinen Begleitern ermordet haben, was zu einer jahrelangen Fehde führte, die mehrere Plünderungen und Überfälle auf das Kloster und die Mönche zur Folge hatte. Aber auch die Mönche hätten sich zu Banden zusammengeschlossen, um ihrerseits zu Plündern und zu Rauben. Fortan wären die Bewohner des Klosters stets bewaffnet gewesen. Unter den Hohenzollern hätte sich die Lage wieder beruhigt und das Kloster wieder zu einer neuen Blütezeit gefunden.

DIE PROPHEZEIUNG
Die letzte hier beschriebene Legende bezieht sich auf ein Schriftstück, welches Ende des 17. Jahrhunderts auftauchte und dessen Abschriften sehr bekannt wurden, das Vaticinium Lehninense. Das Original wurde jedoch nie gefunden. Das Schriftstück soll von einem Mönch im Kloster Lehnin in lateinischer Sprache bereits 1306 verfasst worden sein. Der Verfasser wendet sich gegen Protestantismus und Calvinismus und prophezeit einen Sieg des katholischen Glaubens und den damit einhergehenden Untergans des protestantischen Herrscherhauses der Hohenzollern. Schnell war jedoch klar, dass es in den 1690er Jahren verfasst worden sein muss, also zu Zeit seiner vermeintlichen Entdeckung.

Für all jene, welche die Legenden detailliert und in schöner Sprache lesen wollen: Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, ab Kapitel 189. Online: im Projekt Gutenberg vom Spiegel, kostenfrei zu lesen.

Titelbild: André Eißer • Alle Rechte © Perspektivmedien UG

Öffnungszeiten

Klosterkirche
Sommer (April - Oktober)
Mo. - Fr.
10:00 - 16:00 Uhr
Sa.
10:00 - 17:00 Uhr
So.
13:00 - 17:00 Uhr

Winter (November - März)
Mo. - Sa.
10:30 - 15:30 Uhr
So.
13:00 - 16:00 Uhr

Zisterziensermuseum
Mo. - Sa,
10:00 - 17:00 Uhr

So.
13:00 - 17:00 Uhr

Eintritt

Der Eintritt in die Kosterkirche ist kostenlos

Museum
Erwachsene: 3,- EUR
Ermäßigt: 2,- EUR
Familienkarte: 7,50 EUR

Adresse & Kontakt

Zisterzienserkloster Lehnin
Klosterkirchplatz 1-19
14797 Kloster Lehnin OT Lehnin

Tel.  
Webseite besuchen »

Kloster Lehnin
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Stiftshaus
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Klostergebäude mit Klosterkirche im Hintergrund
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Detail Klosterkirche
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Chorseite der Klosterkirche
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Innenraum Klosterkirche
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Giebelseite Klosterkirche
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Klostermauer mit Rosen
©2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG

Anfahrt

Bahn • ÖPNV
Mit der Bahn bis Beelitz Heilstätten oder Potsdam von dort weiter mit dem Bus.

PKW
Erst auf der A115 Richtung Magdeburg / Leipzig / Potsdam, dann auf A10 Richtung Hannover / Hamburg weiter auf A2, Ausfahrt Netzen nehme, weiter Richtung Netzen fahren, dann auf Lehniner Chaussee bis zum Kloster fahren.

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