Seit 1352 sind Herrenhaus und Rittergut im Besitz der Familie von Bredow. Heute wird das Gutshaus von der Familie Thiedig betrieben, die Haus und Garten liebevoll instand gesetzt haben. 1723 entstand aus den Vorgängerbauten die heutige Dreiflügelanlage, die 1858 durch einen Mittelrisalit klassizistisch überformt wurde.
Das ehemalige Wirtschaftsgebäude dient heute als Orangerie. Seit 1993 steht das Gutshaus unter Denkmalschutz. Es wurde völlig restauriert, einschließlich der Nebengebäude.
Der Wasserturm im Wirtschaftshof ist ein Einzeldenkmal, das Pfauenhaus ist zu einer Ferienwohnung am südlichen Ende des Gartens umgebaut worden. Der formale Garten erhielt seine Neugestaltung 1999 und nimmt Bezug auf englische Staudengestaltungen mit unterschiedlichen Gartenräumen, dem Rosengarten, dem Kräuter- und Naschgarten und dem Sommerblumengarten gerahmt von Hecken aus Taxus, Buxus, Rotbuche und Hainbuche.
Der Garten lebt vom Wechsel streng formaler Bereiche wie dem Rasenparterre mit Brunnen zu den Sommerwiesen. Die farblichen Staudenkonzepte haben folgende Schwerpunkte: Narzissen, Allium, historische Rosen, Paeonien, Dahlien, Astern. Der ehemalige Englische Park von 1797 ist leider zum Teil durch eine Hochleitungstrasse beeinträchtigt und stark pflegebedürftig. Die alte Wegeführung zum Klessener See und um den ehemaligen Weinberg führt durch diesen Bereich, zeigt einen Einblick in die alte Gartenkunst und lädt trotz der Beeinträchtigungen zu einem schönen Spaziergang ein.
Die Gartengestalter Günter Mader und Elke Zimmermann planten diesen gelungenen Auftritt eines modernen Märkischen Gutsgartens.
Ein besonderes Highlight – vor allem für Familien – sind das Spielzeugmuseum Havelland und das Kinderbuchmuseum, die sich in der ehemaligen Dorfschule gleich neben dem Schloss befinden. Das Spielzeugmuseum nimmt seine Besucher mit auf eine Reise durch rund 200 Jahre Spielzeuggeschichte. In mehreren Ausstellungsräumen sind Puppen, Modelle, Spiele und viele andere Relikte aus früheren Kinderzimmern zu sehen, häufig aus Berliner und Brandenburger Manufakturen.
Ergänzt wird das Museum durch das Kinderbuchmuseum, das einen faszinierenden Blick auf die Welt der Bilder- und Kinderbücher bietet. Gezeigt werden Werke aus über zwei Jahrhunderten – von frühen Bilderbüchern wie dem „Orbis sensualium pictus“ aus dem 18. Jahrhundert bis zu bekannten Klassikern und künstlerisch gestalteten Büchern des 20. Jahrhunderts. Auch bewegliche Verwandlungsbücher, Jugendstil-Illustrationen und historische Fibeln gehören zur Sammlung.
Der Besuch von Garten und Park lässt sich gut mit einem Museumsrundgang verbinden. Den Schlüssel für den Zugang zum Gutsgarten erhalten Besucher im Spielzeugmuseum, das damit zugleich Ausgangspunkt für die Entdeckung des Schlossensembles ist.
Text mit freundlicher Genehmigung von Gartenland Brandenburg e.V., Überarbeitung von Manuel Lindinger
Titelbild: Gutspark Klessen • Alle Rechte © Gartenland Brandenburg e.V.
Bahn • ÖPNV
RE2 - Berlin-Hbf • Berlin-Zoo • Berlin-Spandau bis Friesack (Mark)
Fahrrad
Vom Bahnhof Friesack weiter mit dem Fahrrad in den Ort fahren, von dort aus auf dem straßenbegleitenden Fahrradweg nach Klessen (ca. 9 km)
PKW
Aus Berlin kommend auf der B5 über Spandau, Nauen bis nach Friesack, dort links abbiegen nach Rhinow/Klessen, nach ca. 6 km erreicht man Klessen
Garten, Spielzeugmuseum und Kinderbuchmuseum
Mittwoch bis Sonntag und Feiertags: 11-17 Uhr
Das Café ist derzeit geschlossen und soll in diesem Jahr wiedereröffnet werden.
Garten
4,- EUR pro Person
3,- EUR pro Person bei Gruppen ab 12 Personen (um Voranmeldung wird gebeten)
Hunde haben keinen Zutritt zum Garten
Spielzeugmuseum und Kinderbuchmuseum
Erwachsene : € 7,-
Kinder: € 3,-
Familien: € 13,-
Schloss Klessen
Lindenplatz 1
14728 Klessen
Tel. 033235 290044
Fax. 033235 290045
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