Schloss Paretz Lieblingssitz der Königin Luise

Dass sich in dem kleinen Haveldorf nördlich von Berlin ein königliches Schloss befindet, kann noch so manchen überraschen. Ist doch Paretz nicht mit Potsdam und sein Schloss nicht mit Sanssouci zu vergleichen - und so sollte es auch sein. Denn Königin Luise und Kronprinz Friedrich Wilhelm suchten einen Ausgleich zum pompösen höfischen Treiben - und eben das fanden sie im Schloss-Still-Im-Land.

DAS SCHLOSS
Im Jahr 1797 begann der Berliner Architekt David Gilly mit dem Bau des Landschlosses. Es ist ein einfacher frühklassizistischer Bau, der auf Wunsch des Bauherren Kronprinz Friedrich Wilhelm, ab November 1797 Friedrich Wilhelm III. - König von Preußen, sehr bescheiden ausfiel - er wollte mit einem Beispiel an Sparsamkeit vorangehen.
Der anderthalbgeschossige Langbau misst 60 Meter und ist 13 Meter tief, an der Fassade befinden sich kaum Schmuckelemente. Die Farbgebung ist in einem dezenten Ocker und gelblichen Weiß gehalten. Das Gebäude wird aufgrund seiner Schlichtheit auch als königliches Landhaus bezeichnet.

Dieses Landhaus rief innerhalb des königlichen Hofes Verwunderung, wenn nicht gar Enttäuschung hervor, war man doch weitaus pompösere Gebäude gewohnt. Doch die Innenräume und ihre Ausstattung entschädigten die höfischen Besucher: Elegante Möbel, geschmackvolle Details und besonders die wertvollen Tapeten verliehen dem Schlossinneren eine ungeahnte Pracht. Da das Gebäude bis 1945 als Andenken an Königin Luise und ihren Gemahl kaum verändert wurde, ist dies alles sehr gut dokumentiert. Die Königin und ihr König nutzten Schloss Paretz als private Sommerresidenz, hier sollen sie zusammen in einem Schlafzimmer genächtigt haben, was andernorts unvorstellbar war. Auf langen Spaziergängen, Kutsch- oder Bootsfahrten entdeckten sie gemeinsam die Umegebung und vergnügten sich mit Gesellschaftsspielen und Musik.

Nach 1945 wurde das ehemals königliche Landschloss umgestaltet und anderweitig genutzt. In den 1990er Jahren wurden die Tapteten, die nur noch in Resten erhalten waren, in einem aufwendigen Verfahren ergänzt und stabilisiert und wieder im restaurierten Schloss angebracht. Das Mobiliar ist zwar größtenteils nicht mehr das königliche, stammt aber aus der Zeit um 1800. Fotos, Zeichnungen und Gemälde zeigen das Schloss und seine Innenräume in der Zeit von 1797 – 1943.

DER PARK
Der insgesamt 7,5 Hektar große Schlosspark wurde vermutlich vom Architekten David Gilly und seinem Sohn Friedrich Gilly entworfen. Er bestand aus drei Teilen: Dem Schlossgarten, dem Kirchgarten und dem Rohrhausgarten. Straßen, Wege und Zäune trennten diese Teile voneinander, wobei gut plazierte Sichtachsen sie wiederum in Verbindung miteinander brachten.

Der Schlossgarten lag in direkter Nähe des Landhauses und war ursprünglich nur dem Hof vorbehalten.
Im leicht hügeligen Kirchgarten lag der Hauptweg der Anlage, welcher auf die Mitte des Landhauses wies.
Der Rohrhausgarten erhielt seinen Namen durch ein mit Schilfrohr gedecktes kleines Haus, welches jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde. In diesem Teil des Parks befand sich die Luisenpforte, die Friedrich Wilhelm III. In Erinnerung an seine geliebte Ehefrau errichten ließ, sie wurde 1920 zerstört. Ein Teil des Rohrhausgartens ist mit Wohnhäusern bebaut.

Heute ist von der ehemaligen Gartenarchitektur leider nichts mehr zu sehen, bis auf die Schlosseinfahrt erinnern nur noch Altbäume, Wege und Gebäude an die ehemalige Parkanlage. Doch im Jahr 2013 haben Archäologen im Schlosspark eine Grotte und eine Tempelruine freigelegt. Vielleicht sind dies Vorbereitungen für eine Wiederherstellung des ehemaligen Schlossparks.

Titelbild: Anne Heinlein • Alle Rechte © Kulturland Brandenburg

Öffnungszeiten

April bis Oktober:
Dienstag bis Sonntag, 10.00 Uhr –17.30 Uhr
Montag geschlossen
Letzter Einlass 17.00 Uhr

November bis März:
Samstag, Sonntag und Feiertage, 10.00 Uhr –16.00 Uhr
Besichtigung nur mit Führung
Letzer Einlass 15.30 Uhr

Sonderregelungen zu den Feiertagen

Eintritt

inklusive Führung:
Erwachsene: 6,00 EUR
Ermäßigt: 5,00 EUR

Adresse & Kontakt


Parkring 1
14669 Ketzin

Tel.  033233 - 7 36 11
Fax.  033233 - 7 36 13
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Gartenseite, Schloss Paretz
©2010 • Anne Heinlein • Kulturland Brandenburg

Schloss Paretz
©2010 • Anne Heinlein • Kulturland Brandenburg e.V.

Anfahrt

PKW
Von Berlin aus verlässt man die Stadt über die Bundesstraße B2 in westliche Richtung. In der Gemeinde Neu Fahrland zweigt rechts die Landstraße L92 nach Paretz ab.

Parken
Parkplätze hinter der Kulturscheune (ehem. Gutsscheune Paretz) und auf der dahinter liegenden Wiese. Zufahrt über Werderdammstraße. Behindertenparkplätze hinter der Schlossremise.

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