Mehr als Bauhaus! Ein Besuch in der Doppelstadt Dessau-Roßlau

Muldebrücke in Dessau
© IMG Sachsen-Anhalt mbH

Eingebettet in die Flusslandschaften von Mulde und Elbe mit ihren üppigen Wäldern und Wiesen, inmitten des UNESCO-Biosphärenreservats Mittelelbe, liegt die Doppelstadt Dessau-Roßlau. Hier finden sich die UNESCO-Weltkulturerbestätten Bauhaus, die Meisterhäuser, die Laubenganghäuser und das Gartenreich Dessau-Wörlitz - Besuchermagneten, die jedes Jahr Menschen aus aller Welt nach Dessau ziehen. Aber die Stadt hat weitaus mehr zu bieten - die Umgebung lässt für Kultur- oder Naturfreunde kaum Wünsche offen ...

Mit der 2018 eingeführten WelterbeCard bieten sich ganz vielfältige Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden. Die Gästekarte bietet insgesamt über 115 kostenfreie Leistungen und kann als 24 Stunden-Card oder 3 Tages-Card erworben werden. Markus Schwander von der Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau zeigt wie sich im "Sparmodus" angenehme 24 Stunden in Dessau gestalten lassen.

Foto oben: Muldebrücke in Dessau
© IMG Sachsen-Anhalt mbH

Text: Markus Schwanderstellt die WelterbeCard des WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V. vor.

Irrgarten in Mosigkau
© Sebastian Kaps, Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau mbH

1. TagDie Geschichte der Stadt in allen Facetten entdecken

Gegen 11.00 Uhr holen wir in der City-Pension südlich der Innenstadt unser Leihfahrrad - das gibt es mit der WelterbeCard kostenlos für einen ganzen Tag! Mit dem Fahrrad ist man in Dessau bestens unterwegs - ein gut ausgebautes Radwegenetz und kurze Wege auf ebener Strecke sorgen für entspanntes Vorankommen in der Bauhausstadt.

11:30 Uhr • Bauhaus Museum DessauFreier Eintritt

Nur eine kurze Fahrt ist es von der Pension zum 2019 eröffneten Bauhaus Museum Dessau im Stadtzentrum. Unter dem Titel »Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung.« präsentiert die Stiftung Bauhaus Dessau hier Exponate aus der zweitgrößten Sammlung weltweit zum Thema Bauhaus.

Bauhaus Museum Dessau
© Hartmut Bösener, Stiftung Bauhaus Dessau

Die Ausstellung erzählt die Geschichte der berühmten Schule in Dessau und beschreibt dabei das Bauhaus als einen lebendigen Ort, an dem gelernt und gelehrt, künstlerisch experimentiert sowie an industriellen Prototypen gearbeitet wurde. Ein Lehransatz der schon bei der Gründung des Staatlichen Bauhauses in Weimar zentral war. Deshalb stehen in der Ausstellung Versuchsstätte Bauhaus nicht die bekannten Designikonen und deren Meister im Vordergrund, sondern die Schule und ihre Studierenden.

13:00 Uhr • Bauhaus DessauFreier Eintritt

Nach einer kapp 10minütigen Fahrt mit dem Rad in die westlichen Stadtteile steht man vor dem Bauhausgebäude - die Werkstatt der Moderne ist auch nach über 90 Jahren noch visionär! Seit 1996 zählen das Bauhaus-Gebäude und die Meisterhäuser zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Bauhausgebäude wurde im Jubiläumsjahr 2019 neu kuratiert Besucher*innen erhalten nun Zutritt zu Räumlichkeiten, die in den vergangenen Jahren nicht oder beschränkt zugänglich waren. Die volle Transparenz des Bauhausgebäudes mit seiner berühmten Glasvorhangfassade ist wiederhergestellt - essentieller Bestandteil der Erklärung zum UNESCO Welterbe.

Bevor es weiter geht zur nächsten Etappe - dem Technikmuseum Hugo Junkers - kann man noch im Bauhaus-Café einkehren oder für einen leckeren Espresso am Kiosk bei den Meisterhäusern einen Stop einlegen.

BauhausWerkstatt der Moderne

Das Bauhaus war im 20. Jahrhundert die bedeutendste Schule für Kunst, Design und Architektur. Seine visionären Entwürfe beflügelten die Klassische Moderne.

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MeisterhäuserLebens- und Arbeitsstätte der Bauhausmeister

Für die Lehrenden des Bauhauses ließ Walter Gropius der Direktor des Bauhauses die Meisterhäuser als Lebens- und Arbeitsstätte errichten. Zu den ersten Bewohnern zählten neben Gropius selbst László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee mit ihren Familien.

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15:30 Uhr Technikmuseum »Hugo Junkers«Freier Eintritt

Vom Bauhaus oder den Meisterhäusern sind es mit dem Rad nur knapp einen Kilometer bis zum Technikmuseum. Hier auf dem Gelände der ehemaligen Junkers-Flugzeugwerke wurde dem Technikpionier Hugo Junkers ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Neben der altehrwürdigen »Tante Ju« sind weitere Flugzeuge zu besichtigen, beispielsweise das erste Gesamtmetallflugzeug der Welt, die Junkers F13. Auch für nicht Flugbegeisterte absolut sehenswert! Technikverliebten seien die detaillierten Ausstellungsbereiche zu Hugo Junkers weiteren Errungenschaften aus der Wärmetechnik empfohlen.

© Nicole Nutzeblum, WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V.

Hugo JunkersPionier des Flugzeugbaus
(1859 - 1935)

Hugo Junkers wurde als Erfinder, Techniker und Unternehmer mit der Entwicklung des ersten Ganzmetallverkehrsflugzeuges der Welt, der F13, weltberühmt.

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Zurück in der Innenstadt ist genug Zeit für ein Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants Dessaus, bevor der Kulturbegeisterte den Tag mit einer Vorstellung im Anhaltischen Theater ausklingen lässt. Das Anhaltische Theater Dessau besitzt eine lange Tradition und produziert Theater und Musik in den fünf Sparten Musiktheater, Konzert, Schauspiel, Ballett und Puppentheater.

Das Große Haus am Friedensplatz wurde als Theaterhaus für die gesamte Region konzipiert und verfügt über rund 1070 Plätze. Mit seinen gewaltigen Bühnenmaßen zählt das Anhaltische Theater zu den größten Bühnenhäusern Europas (Nutzer der WelterbeCard erhalten 5 EUR Nachlass auf eine Aufführung im Großen Haus).

Oper »Der fliegende Holländer« im Anhaltischen Theater
© Claudia Heysel, Anhaltisches Theater Dessau

 
 

2. TagTräumen im Gartenreich des Fürsten Franz

Am zweiten Tag steht ein Besuch im Dessau-Wörlitzer Gartenreich auf dem Programm: Am Hauptbahnhof startet die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn ihre Fahrt und bringt Besucher mit den Triebwagen »Fürst Franz« und »Fürstin Louise« ins UNSECO-Weltkulturerbe des Gartenreiches. Und ganz klar: Mit der WelterbeCard ist eine Hin- und Rückfahrt pro Geltungstag inklusive. Bereits an der ersten Haltestelle - dem Dessauer Ortsteil Walder - steigen wir aus. Durch den Schlosspark - der idyllischsten Anlage zwischen Dessau und Wörlitz - geht es zum klassizistischen Landsitz der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau.

Schloss Luisium
© Felix Paulin, Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau mbh

Fürst Franz von Anhalt-Dessau ließ das kleine Landhaus »Luisium« von 1774 bis 1778 für seine Gattin Louise als privaten Wohnsitz erbauen. Die Fürstin liebte die Stille des Ortes, der seit 1780 ihren Namen trägt.

Luise von Anhalt-DessauEine der am meisten gebildeten Fürstinnen ihrer Zeit
(1750 - 1811)

Sie heiratete 17jährig auf Geheiß ihres Onkels Friedrich dem Großen den 10 Jahre älteren Leopold III. Friedrich Franz und wurde so Fürstin und spätere Herzogin von Anhalt-Dessau. 1795/1796 begab sich Luise mit einer kleinen Gefolgschaft auf ihre eigene Grand Tour nach Italien ...

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Leopold III Friedrich Franz von Anhalt-DessauSchöpfer des Gartenreiches Dessau-Wörlitz
(1740 - 1817)

Seine Kindheit und Jugend stand ganz im Zeichen der militärischen Erziehung, die sein Großvater, der »Alte Dessauer«, für ihn vorgesehen hatte. Er nahm als 16jähriger am Siebenjährigen Krieg teil. Gleich nach dem Ende des Krieges brach Fürst Franz zu seiner ersten Englandreise auf ...

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Der kubische Baukörper des Schloss Luisium mit bekrönendem Belvedere ist eine der schönsten architektonischen Schöpfungen Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorffs im Gartenreich. Der harmonischen Gestaltung des Äußeren entsprechen die auf ihre Wohnfunktion reduzierten Zimmer im Inneren. Die kleinen Räume und Kabinette des bezaubernden Landhauses mit ihren feinen Stuckdekorationen und Wandgemälden sind weitgehend original ausgestattet. Eine Führung durch das Schloss ist ebenfalls in der WelterbeCard enthalten.

Ionischer Tempel im Georgium
© Sebastian Kaps, Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau mbH

Wer - zurück in der Innenstadt - noch etwas Zeit vor der Rückfahrt hat, dem sei der 20 Hektar große Georgengarten mit dem Schloss Georgium nördlich des Bahnhofs empfohlen: Ein eindrucksvolles Beispiel für die Ideen der Aufklärung! Das Georgium beherbergt die Anhaltische Gemäldegalerie mit einer eindrucksvollen Sammlung Alter Meister wie Lucas Cranach, Albrecht Dürer oder Pieter Bruegel.

Schloss Georgium, Dessau
© Marit Schaller, WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V.

Kontrastprogramm dazu bietet das heute liebevoll als »kleines Sanssouci« bezeichnete Schloss Mosigkau im Südwesten der Stadt. Zusammen mit dem barocken Garten zählt es zu den letzten weitgehend erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands.

Natürlich gäbe es in Dessau-Roßlau (und der näheren Umgebung) noch viel mehr zu entdecken: die Wallwitzburg, das Museum für Stadtgeschichte, den Landschaftspark Großkühnau, die Bauhaussiedlung Dessau-Törten oder das von Carl Fieger erbaute Kornhaus an der Elbe. Wiederkommen erwünscht.

Auf www.anhalt-dessau-wittenberg.de gibt es weitere Anregungen für Tagesausflüge oder längere Aufenthalte in dieser geschichtsträchtigen Region, die in etwa 1.5 Autostunden von Berlin aus erreichbar ist. Und unter www.welterbecard.de finden sich alle 115 Vergünstigungen der WelterbeCard - by the way: ADAC-Mitglieder erhalten (bei Online-Bestellung) auf diese 10 Prozent Rabatt.

Hugo Junkers
© WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V.

Hugo Junkers Pionier des Flugzeugbaus

Hugo Junkers wurde als Erfinder, Techniker und Unternehmer mit der Entwicklung des ersten Ganzmetallverkehrsflugzeuges der Welt, der F13, weltberühmt.

Zeit seines Lebens widmete sich Hugo Junkers der Forschung, Entwicklung und Lehre. Er wurde 1859 in Rheydt geboren und studierte an den Technischen Universitäten in Berlin, Karlsruhe und Aachen. Ab 1888 begann er in Dessau, in der Dessauer Continental-Gasgesellschaft bei Wilhelm von Oechelhäuser, als Ingenieur zu arbeiten. Bereits ein Jahr darauf gründeten sie gemeinsam die Dessauer ?Versuchsstationen für Gasmotoren von Oechelhaeuser & Junkers". Hugo Junkers war für die Forschung und Entwicklung verantwortlich, während Oechelhäuser sich um die Finanzierung kümmerte. Im Jahre 1895 gründete Hugo Junkers die Firma "Junkers & Co" eine Fabrik für Gasapparate in Dessau.

Ab 1909 widmete sich Junkers zunehmend dem Flugzeugbau. Im Jahre 1915 entwickelte er das erste Ganzmetallflugzeug (J1). Während Nachfolgetypen dieses Typs militärische Verwendung fanden, handelte es sich vier Jahre später, bei dem Bau des ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeugs, der einmotorigen, viersitzigen F 13, um eine bahnbrechende Erfindung der zivilen Luftfahrt. Diese trug wesentlich zum Beginn der deutschen Verkehrsluftfahrt bei. In der Folge entstanden weitere Typen wie die W 33, mit der im Jahre 1928 die erste Ost-West-Atlantik-Überquerung vollbracht wurde oder die Ju 52, die zwischen 1932 bis Anfang der 1940er Jahre das meistgebaute Verkehrsflugzeug der Welt war.

Im Jahre 1933 wurde Hugo Junkers enteignet und musste Dessau verlassen. Er starb 1935 in Gauting bei München.

Leopold III Friedrich Franz von Anhalt-Dessau
© Kulturstiftung DessauWörlitz

Leopold III Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau

Fürst Leopold III Friedrich Franz von Anhalt-Dessau wurde am 10. August 1740 in Dessau geboren. Nach dem Tod seiner Eltern wurde er unter Vormundschaft seines Onkels Dietrich von Anhalt-Dessau erzogen.

Seine Kindheit und Jugend stand ganz im Zeichen der militärischen Erziehung, die sein Großvater, der ?Alte Dessauer?, für ihn vorgesehen hatte. Er nahm als 16jähriger am Siebenjährigen Krieg teil, ließ aber bereits 1757 durch seinen Vormund einen Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Armee stellen. Diesem wurde stattgegeben, das Fürstentum und der spätere Fürst selbst fielen jedoch in Ungnade bei Friedrich dem Großen. So mussten hohe Kontributionszahlungen geleistet werden.

Auch durchkreuzte Friedrich der Große die Heiratspläne des Fürsten mit einer Bürgerlichen. Im Jahre 1758 übernahm Leopold III Friedrich Franz die Regierung in Anhalt-Dessau. Im weiteren Verlauf des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) verhielt sich das Fürstentum neutral.

Gleich nach dem Ende des Krieges brach Fürst Franz zu einer Englandreise auf. 1767 heiratete er auf Vermittlung von Friedrich dem Großen Luise Henriette Wilhelmine von Brandenburg-Schwedt. Es folgte seine Grand Tour durch verschiedene Länder Europas.

Zurück in seinem Fürstentum, revolutionierte er das Bildungswesen. So wurde in Dessau das Philanthropin gegründet. Auch reorganisierte er das Armen- und Gesundheitswesen. Andersgläubige waren immer willkommen, und die Literatur und die Künste florierten.

Ein Theater und Konzertwesen etablierte sich und die ?Buchhandlung der Gelehrten und Künstler? mit einer Verlagskasse wurden gegründet. Fürst Franz förderte das regionale Handwerk und setzte sich für eine Modernisierung landwirtschaftlicher Methoden ein.

Tatsächlich war er damit so erfolgreich, dass er als Vorbild für viele seiner Zeitgenossen fungierte und immer wieder hoher Besuch eintraf, um sich vor allem im landwirtschaftlichen Bereich fortzubilden.

Zusammen mit seinem Wegbegleiter und Freund Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff schuf er das Wörlitz-Dessauer Gartenreich, den ersten englischen Landschaftsgarten in Europa.

Der Fürst war ein Verfechter der Aufklärung und ein Anhänger Rousseaus. Sein Fürstentum galt als Musterstaat der Aufklärung und zog viele Zeitgenossen in seinen Bann.

Doch war Fürst Franz trotz aller Aufgeklärtheit ein Patriarch ? eben ?Vater Franz? ? dem es oblag zu entscheiden, über was und in welcher Form Aufklärung notwendig war. Er starb am 9. August 1817 in Dessau im Luisium.

Luise von Anhalt-Dessau
© Kulturstiftung DessauWörlitz

Luise von Anhalt-DessauFürstin

Prinzessin Luise Henriette Wilhelmine von Brandenburg-Schwedt wurde am 24. September 1750 in Stolzenberg (heute: Rozanik, Polen) als Tochter des Markgrafen Heinrich Friedrich von Brandenburg-Schwedt geboren.

Sie war eine Nichte Friedrichs II. von Preußen und eine Cousine (mütterlicherseits) von Fürst Franz. Am 25. Juli 1767 heiratete sie 17jährig auf Geheiß ihres Onkels Friedrich dem Großen eben jenen 10 Jahre älteren Leopold III. Friedrich Franz und wurde so Fürstin und spätere Herzogin.

Sie galt als eine der am meisten gebildeten Fürstinnen ihrer Zeit. So las sie bisweilen bis zu 14 Bücher in nur einem Monat.
In Zürich lernte sie den bekannten Prediger Johann Kaspar Lavater (dessen Büste auch im Labyrinth in Neumarks Garten zu finden ist) kennen und war ihm in langjähriger Freundschaft eng verbunden.

1795/1796 begab sich Luise mit einer kleinen Gefolgschaft auf ihre eigene Grand Tour nach Italien. Der Dichter Friedrich von Matthisson begleitete sie und schwärmte in den höchsten Tönen von seiner Reisebegleiterin. Die Fürstin unternahm viele weitere Reisen nach Italien, in die Schweiz und nach Süddeutschland. Nach ihrer inoffiziellen Trennung von Fürst Franz ging sie eine Liaison mit dem Kunstkenner Aloys Hirt ein, den sie aufrichtig liebte.

Luise kämpfte zeitlebens mit verschiedensten Krankheiten, die in späteren Jahren zunahmen ? auch wurde sie zunehmend schwerhörig. Ihren Lebensabend verbrachte sie im ?Grauen Haus? und im Luisium. Die Fürstin leistete mit Sicherheit einen großen Beitrag an der Gestaltung des Luisiums und auch des Wörlitzer Schlosses. Luise verstarb am 21. Dezember 1811 in Dessau.

Sie hinterließ umfangreiche Tagebuchaufzeichnungen, insgesamt 2844 Seiten, die Dank des Einsatzes der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz aus der Handschrift übertragen worden sind und in Auszügen veröffentlicht wurden.

Bauhaus Dessau
© Yvonne Tenschert , Stiftung Bauhaus Dessau

Bauhaus DessauMuseum, Archiv & Ausstellungen

1925/26 wurde in Dessau das berühmte Bauhausgebäude nach Entwürfen von Walter Gropius errichtet. Seit 1996 gehört das Bauhaus zum UNESCO-Welterbe.

Das raumgreifende Ensemble aus Glas, Stahl und Beton, in das jeder Gegenstand ohne aufgesetzte Effekte integriert ist, entspricht der Idee seines Begründers: Die Form gehorcht der Funktion.

In diesem Gebäude fand die aus Weimar vertriebene Hochschule für Gestaltung eine neue Wirkungsstätte.

Ateliertrakt, Werkstätten, Berufsschule und Bühne verkörpern sinnfällig den Bauhausgedanken und eine einzigartige schöpferische Atmosphäre, die auf einen Ausspruch des Bauhäuslers Johannes Itten zutrifft: ?Spiel wird Fest, Fest wird Arbeit und Arbeit wird Spiel?.

Die Entwürfe des Bauhauses vereinten Kunst und Technik und wirkten für die moderne Industriekultur bahnbrechend. Ebenso bedeutsam waren die Arbeiten der Maler und anderer Bauhauskünstler.

Werke von Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, Laszolo Moholy-Nagy, Marcel Breuer, Mies van der Rohe und vielen anderen sind zu selbstverständlichen Bestandteilen unserer Kultur geworden.

1932 erzwangen die Nationalsozialisten die Schließung des Bauhauses Dessau. Das Gebäude wurde im Krieg beschädigt und anschließend notdürftig nutzbar gemacht.

Das Bauhausgebäude ist heute Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau und mehr als eine Schule oder ein Museum, ein Ort der Gestaltung, Forschung und Lehre. Mit dem Bauhauskolleg gibt es eine Weiterbildungsmöglichkeit für Angehörige gestalterischer Disziplinen aus der ganzen Welt.

In der Dauerausstellung wird das Bauhaus Dessau als Werkstatt der Moderne vorgestellt. Konferenzen, Sonderausstellungen und Veranstaltungen auf der Bauhausbühne tragen zur lebendigen und inspirierenden Atmosphäre bei.

Führungen im Bauhausgebäude und Exkursionen zu allen Bauhausbauten werden angeboten.

Meisterhäuser Dessau
© Sven Hertel, Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau mbH

MeisterhäuserDessau

Zeitgleich mit dem Bauhausgebäude entstand nur 5 Minuten Fußweg entfernt, die kleine Siedlung der MEISTERHÄUSER. Walter Gropius ließ die Atelier- und Wohngebäude in einem Kiefernwäldchen errichten.

Gebaut wurden ein Einzelhaus für den Direktor und drei Doppelhäuser für die am Bauhaus tätigen Künstler Laszlo Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee.

Das Einzelhaus Gropius und die Haushälfte von Moholy-Nagy wurden im Krieg zerstört. Die übrigen Häuser waren bis in die jüngste Vergangenheit von den Umbauten der Nachnutzer und von zunehmendem Verfall gezeichnet. Nach mehreren Anläufen, die Siedlung wieder zu vervollständigen, gelang im Frühjahr 2010 unter Vermittlung des britischen Architekten Sir David Chipperfield der
Durchbruch.

Das Berliner Büro Bruno, Fioretti, Marquez legte einen Entwurf vor, der Rekonstruktion und zeitgenössische Architektur miteinander vereint. Ab Mai 2014 sind die Häuser Gropius und Moholy-Nagy wiedereröffnet und auch die Trinkhalle ist wieder Teil des Meisterhausensembles.

Gäste aus der ganzen Welt sind fasziniert von den vielen im Original erhaltenen Bauteilen, vor allem aber von der einmaligen Farbigkeit der Räume. Über 40 verschiedene Farben wurden im Haus Feininger entdeckt und mehr als 170 Farbnuancen im Haus Kandinsky/Klee.

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