Steintor

Foto: Christina Raue

Brandenburg zwischen alt und neu

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Charme vergangener Zeiten

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Katharinenkirche

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Brandenburger Stadtkanal

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Einkaufsstraße in der Brandenburger Neustadt

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Uferpromenade

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Fischerboot im Hafen

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Fischerei im Brandenburger Hafen

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Wohnidylle am Wasser

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auf der Dominsel

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Der Brandenburger Dom

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Fontane-Klub an der Jahrtausendbrücke

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Paulikloster

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Ach was!

Ein Stadtspaziergang durch Brandenburg an der Havel

 7190     Die Tour in 14 Bildern     Tour auf Karte zeigen


Schon mal über einen Stadtspaziergang in Brandenburg an der Havel nachgedacht? Weshalb eigentlich nicht, schließlich dauert es nur ungefähr 50 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof bis zum idyllisch an der Havel, zwischen Havelarmen und -kanälen gelegenen ehemaligen Bistum westlich von Berlin. Dass Loriot der Schöpfer von Ödipussi war und eigentlich Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow hieß, dürfte bekannt sein. Doch dass er in Brandenburg an der Havel geboren wurde, könnte noch so manchen überraschen. Ein anderer Sohn der Stadt gelangte im 19. Jahrhundert zu Ruhm und Ehre. So manch Romantiker mochte in seiner kleinen Schreibstube im Dachgiebel ein solch Leben voller orientalischer Abenteuer erträumt haben. Mehmed Ali Pascha wurde 1827 in Brandenburg an der Havel unter dem Namen Ludwig Karl Friedrich Detroit geboren. Der einfache Schiffsjunge desertierte im Hafen von Konstantinopel durch einen Sprung ins Wasser, wurde von einem späteren Großwesir gerettet und konvertierte später zum Islam. Eine erfolgreiche Militärkarriere folgte. Nach etlichen Kriegseinsätzen und der Teilnahme am Berliner Kongress als Mitglied der osmanischen Delegation, wurde er 1878 im Kampf erschlagen.


Tourerstellung: Friederike Brundiers
In Zusammenarbeit: Perspektivmedien UG
Länge: Länge ca. 6 km • Dauer: 5-6 Stunden
Schwierigkeitsgrad:



Die Tour im Detail

Nicht nur die Biografie so manch Brandenburgers ist Aufsehen erregend, auch die Stadt selbst hat einiges zu bieten. Sie wartet mit einem großen Reichtum an mittelalterlicher Geschichte auf, schließlich ist sie mit ihrer über 1000jährigen Vergangenheit eine der ältesten Städte Brandenburgs. Dieses manifestiert sich im Stadtbild durch zahlreiche Kirchen, Befestigungsanlagen, Stadttore -und türme. Ganze vier Stadttortürme sind noch erhalten. Der ca. 500 Meter vom Bahnhof in Richtung Neustadt entfernte Steintorturm stellt einen passenden Anfangspunkt zum Kennenlernen der Stadt dar. Der Turm wurde ehemals auch als Gefängnis genutzt. Heute beherbergt er eine Ausstellung zur Havelschifffahrt. Schwindelfreie können den Turm außer am Montag erklimmen und die Aussicht genießen. Von hier aus können die Gassen der Neustadt in zwei Richtungen erkundet werden: Entweder in Richtung der im gothischen Baustil errichteten St. Katharinen Kirche mit ihrem über 70 Meter hohen und damit höchsten Kirchturm der Stadt oder in Richtung des Pauliklosters, welches seit 2 Jahren das Archäologische Landesmuseum beherbergt.

Weiter geht es über den Molkenmarkt vorbei am Neustädtischen Markt in Richtung Dominsel. Die natürlichen Havelgewässer rund um die Bootshäuser am Mühlendamm eröffnen dem Spaziergänger einen wunderschönen Blick über unberührte sumpfige Gebiete und Ufer, in denen sich zahlreiche Vogelbrutstätten befinden.
Auf der Terrasse des kleinen Fischrestaurants finden Hungrige eine Auswahl an leckeren Fischbrötchen und Fischgerichten. Vielleicht findet der ein oder andere Zeit eine Brandenburger Sage zu erzählen. So zum Beispiel diese: Es gibt, ganz auf der anderen Seite von Neustadt, eine kleine Brücke, die Gottfried-Krüger-Brücke, welche im Volksmund Bauchschmerzenbrücke genannt wird. Zu diesem Namen kam sie durch ihre ausgeprägte Wölbung. Für diese wird ein Müller verantwortlich gemacht, der seine Mostrichmühle am Fuße ebenjener Brücke hatte. Eines abends kam er betrunken aus der Kneipe und geriet in Streit mit seiner Gemahlin. Aufgebracht und torkelnd verließ er das Haus und wollte noch etwas Würze ansetzen. Das dafür benötigte Essigfass glitt ihm aus der Hand und rollte ins Wasser, welches durch den Essig so sauer wurde, dass sich die Brücke vor Bauschmerzen krümmte.

Gestärkt und vielleicht um einige Geschichten reicher kann auf der Dominsel das Gebäudeensemble aus Dom, Klausur und Kurien bestaunt werden. Die Dauerausstellung des Dommuseums zeigt kostbare Priestergewänder und hölzerne Andachtsbilder. Gelegentlich werden temporäre Ausstellungen angeboten, wie die sehr bewegende Wanderausstellung „Gegen den Strom“ der Friedensbibliothek-Antikriegsmuseum (Berlin) mit Bildern und Texten unter anderem zu Martin Gauger, Rose Ausländer und Hugo Sonnenschein.

Über St. Gotthardt gelangt man zur Brandenburger Altstadt. Direkt an der Kirche links abzubiegen lohnt sich, um durch die kleinen Gässchen, gesäumt von zum größten Teil schön restaurierten Wohnhäusern zu flanieren. Natürlich sollte man dann noch den Weg zum Rathaus im Zentrum der Altstadt finden, in dessen Nähe sich zwei gute Gasthäuser befinden, das Inspektorenhaus und das Restaurant am Humboldthain. An der Verbindungsstelle von Alt- und Neustadt, der Jahrtausendbrücke, laden Cafés mit Sitzstufen zum Verweilen ein. Ein italienisches Restaurant lockt mit einer schönen Terrasse mit Blick auf die Havel. Gleich nebenan können Havelflöße tageweise gemietet werden. Allerdings muss man meist schon im Voraus im Internet vorbestellen - leider also nichts für Kurzentschlossene.

Ganz in der Nähe befinden sich das als Ruine erhaltene ehemalige Franziskanerkloster und die zu einem Park umgestalteten Wallanlagen. Wer noch auf der Suche nach der Bauchschmerzenbrücke ist, der sollte einen Abstecher über die Jahrtausendbrücke machen, zum Heinrich-Heine-Ufer. Vorbei an der, die Stadt Brandenburg topographisch überragende Friedenswarte, einem neu erbauten Aussichtsturm, erreicht man vom Kloster aus bald den Marienberg, welcher gleichzeitig die Endstation des Stadtspaziergangs darstellt. Wer nun glaubt der Marienberg sei eine einfache Erhöhung, die im Laufe der Zeit natürlich entstanden sei, der irrt. Der Berg stammt nämlich aus der Zeit der Riesen. Es trug sich zu, dass ein Riesenmädchen im Sande spielte und immer mehr Sand in ihrer großen Schürze sammelte. Während sie spielte erschien ihr plötzlich der leibhaftige Teufel. Das Riesenmädchen erschrak und rannte um ihr Leben. Fast wäre sie entkommen, da stürzte sie über ein Wurzel und verlor ihren Schürzeninhalt. Es war eine solche Masse an Sand, dass im Nu ein Berg entstand, worüber der Teufel so sehr erschrak, dass er stehen blieb und das Mädchen entkam. Der Teufel verschwand, der Berg aber blieb - der heutige Marienberg.


An- und Abfahrt

Anfahrt mit der Bahn: RE1 - alle 30 Minuten - Fahrtzeit je nach Zug max. 1 Stunde Berlin-Ostbahnhof • Bln-Alexanderplatz • Bln-Friedrichstraße • Bln-Hbf • Bln-Zoo • Bln-Wannsee • Potsdam Hbf • Brandenburg (Havel)


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Tourerstellung
Friederike Brundiers

In Zusammenarbeit
Perspektivmedien UG

Länge
Länge ca. 6 km

Dauer
5-6 Stunden

Schwierigkeitsgrad


An- und Abfahrt

Anfahrt mit der Bahn: RE1 - alle 30 Minuten - Fahrtzeit je nach Zug max. 1 Stunde Berlin-Ostbahnhof • Bln-Alexanderplatz • Bln-Friedrichstraße • Bln-Hbf • Bln-Zoo • Bln-Wannsee • Potsdam Hbf • Brandenburg (Havel)

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