Museumsdorf Düppel

Eine mittelalterliche Siedlung in Zehlendorf

10661   Umgebungskarte


Ein Dorf aus dem 12. Jahrhundert und das innerhalb Berlins? Dazu Menschen in mittelalterlicher Kleidung, Skudden und Weideschweine, reetbedeckte Häuser aus Holz und Lehm. Im Museumsdorf Düppel - einer beeindruckenden Siedlung aus über ein Dutzend historischen Häusern - kann das Mittelalter hautnah erlebt werden.


Foto: André Eißer • Alle Rechte © Perspektivmedien UG

Das Mittelalter übt auf viele eine faszinierende Wirkung aus, ursprünglich, naturverbunden aber auch barbarisch und ungebildet, so die oft schwammigen Vorstellungen. In etlichen Büchern und Filmen lassen sich vielerlei Eindrücke der längst vergangnen Zeitepoche gewinnen. Im Museumsdorf Düppel kann das Mittelalter des 11. und 12. Jahrhunderts auf eine ganz andere Art erlebt werden: spielerisch, lehrreich und vor allem wissenschaftlich fundiert. In Düppel geht es nicht um die oft zitierten Rollenspiele, vielmehr hat sich hier ein anerkanntes exeperimentelles Zentrum für Archäologie gegründet, das die Basis bildet für all das was die Besucher hier erleben dürfen.

GESCHICHTE
Bereits im Jahre 1939 wurden an der Stelle des Museumsdorfes Scherben gefunden, die auf eine mittelalterliche Besiedlung hindeuteten. Mit den Grabungen wurde allerdings erst in den 1960er Jahren begonnen. Diese förderten das Zutage, was die Grundlage des heutigen Museumsdorfes bildet: Siedlungsspuren wie Hausgrundrisse, Brunnen, Palisaden, Zäune und Alltagsgegenstände einer hufeisenförmig angelegten Dorfsiedlung. Die mittelalterliche Siedlung bestand vermutlich von 1170 bis 1220.

Auf Grundlage der experimentellen Archäologie wurden von 1975 – 2008 Häuser, Palisaden, Brunnen, Öfen und Zäune rekonstruiert und mit Leben gefüllt. Denn erst der Umgang mit mittelalterlichen Handwerkszeug, das rekonstruieren mittelalterliche Lebensweisen durch Anwendung und tatsächliche Umsetzung mittelalterlicher Praktiken, stellt diesen experimentellen Charakter dar. Zu diesem Zweck bildeten sich Arbeitsgruppen, die sich verschiedenen Schwerpunkten widmen, wie Landwirtschaft, Garten, Imker, Korbflechter, Wolle, Färben, Kleidung, Schmiede, Schnitzen, Wippdrechsler, Töpfer, Teerschwele, Mittelalerlich Kinderspiele.

Innerhalb dieser Arbeitsgruppen wurden z.B alte Tierrassen rückgezüchtet, wie Skudden (Schafe) oder Weideschweine, es werden alte Getreidesorten in der Dreifelderwirtschaft angebaut, Küchenkräuter und Färbepflanzen gezüchtet, Honig geschleudert, geschnitzt, getöpfert, gewebt, gekocht, gespielt, gesponnen u.v.m. - alles auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit rekonstruierten Handwerkszeug.

DAS DORF
Das Dorf, dessen Häuser sich geradezu malerisch in die Landschaft schmiegen, kann über einen gut ausgeschilderten und erläuterten Rundgang erkundet werden. Im Zentrum befindet sich der Dorfplatz und in den anliegenden Häusern findet man all das was in den Arbeitsgruppen erarbeitet wurde: die Gärten, die Schmiede, die Korbflechterin, die Kinderspiele u.v.m. Die Häuser sind oft durch Trampelpfade verbunden, für junge Familien gilt daher: Besser den Kinderwagen mit den großen Rädern einpacken oder die Kleinsten tragen.

Die Häuser stehen auf den Grundrissen der Siedlung aus dem 12. Jahrhundert. Allerdings sind sie nicht mit mittelalterlichen Werkzeugen errichtet worden, auch ist das Holz nicht aus dem benachbarten Forst, sondern gekauft und angeliefert. Ebenfalls ist es schwierig die genaue Konstruktionsweise der Häuser nachzuvollziehen, weshalb die rekonstruierten Bauten nur als eine Annäherung an eine mittelalterliche Bauweise gesehen werden.

Für interessierte Laien und insbesondere Kinder macht das aber im Hinblick auf den faszinierenden Gesamteindruck des Ensembles mit seinen über ein Dutzend Gebäuden keinen Unterschied. Zumal die Häuser von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern "bewirtschaftet" werden, die in ihren Arbeitsgruppen bestimmten Handwerken und Aufgaben der damaligen Zeit nachgehen. In der Webstube, der Schmiede oder im Kräutergarten tragen sie dabei nicht nur die Kleidung des Mittelalters, sondern nutzen auch nachgebaute Werkzeuge aus dieser Zeit. Lebendiger kann Geschichte gar nicht sein!

Doch nicht an allen Wochenenden kann ein jedes der Häuser "bespielt" werden - die Chancen wachsen aber an den Wochenenden mit besonderen Veranstaltungen! Es empfiehlt sich also, einen genaueren Blick auf den Terminkalender des Dorfes zu werfen, denn die ehrenamtlichen Mitglieder der einzelnen Arbeitsgruppen wirken in ihren mittelalterlichen Trachten nicht nur wie aus der Zeit gefallen, sondern hilfsbereit und kenntnisreich beantworten sie gerne die Fragen der Besucher und lassen sich bei ihren Tätigkeiten über die Schulter schauen.

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Nachdem so viel entdeckt, ausprobiert und gesehen wurde kann ein Päuschen eingelegt werden. Hungrige werden gut versorgt: Kaffee, Kuchen und Linsen- oder Hirsesuppen können neben dem Museumsshop erworben werden. Ein Besuch im Museumsdorf zaubert wohl so manchen ein Lächeln auf die Lippen und das Gefühl einen schönen Tag draußen in der Natur erlebt zu haben und dabei eine Menge gespielt, gelacht und gelernt zu haben.


Öffnungszeiten

25.03.2016 -16.10.2016
Samstag, Sonntag und an Feiertagen
10.00 Uhr bis 18.00 Uhr


Eintritt

Normalpreis: 3,50 EUR
Ermäßigt: 1,502EUR
Kinder bis 12 Jahre freier Eintritt
An einigen Veranstaltungstagen gelten abweichende Eintrittspreise!


Adresse & Kontakt

Fördererkreis des Museumsdorfes Düppel e.V.

Clauertstraße 11
14163 Berlin Zehlendorf

Tel.  030 - 802 66 71
Fax.  030 - 802 66 99

info@dueppel.de
www.dueppel.de

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© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Holzwall

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Tor zum Dorf - Wallanlage

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Detail Holzwall

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Historisches Wohnhaus

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Historisches Wohnhaus

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Detail einer Dachkonstruktion

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Schöpfanlage am rekonstruierten Brunnen

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Getreidespeicher

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Museumsgarten - Mittelalterliche Bauerngärten

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Lebendige Zäune aus nachwachsenden Rohstoffen

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Korbflechten - Ein altes Handwerk

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Bienenstöcke

© 2015 • André Eißer • Perspektivmedien UG


Schafszucht mit Schauscheren


Anfahrt

Bahn • ÖPNV

Bus 115: Haltestelle Ludwigsfelder Straße
oder
Bus 118 / Bus 622: Haltestelle Clauertstraße

Auto

Von der B1 in die Lindenthaler Chaussee Richtung Klein-Machnow abbiegen und in die nachfolgende Straße (Clauertstraße) abbiegen.

Parken

Es gibt ausreichend kostenlose Parkmöglichkeiten direkt vor dem Eingangsbereich des Museumsdorfes. Der Parkplatz ist ausgewiesen.

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Öffnungszeiten

25.03.2016 -16.10.2016
Samstag, Sonntag und an Feiertagen
10.00 Uhr bis 18.00 Uhr


Eintritt

Normalpreis: 3,50 EUR
Ermäßigt: 1,502EUR
Kinder bis 12 Jahre freier Eintritt
An einigen Veranstaltungstagen gelten abweichende Eintrittspreise!


Adresse & Kontakt

Fördererkreis des Museumsdorfes Düppel e.V.

Clauertstraße 11
14163 Berlin Zehlendorf

Tel.  030 - 802 66 71
Fax.  030 - 802 66 99

info@dueppel.de
www.dueppel.de

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